950 Unterschriften für kleine Lösung - IG Umgehungsstraße Hasselroth übergibt Listen an Staatssekretär Samson in Wiesbaden

Übergabe der Unterschriftenlisten im Landeshaus an Verkehrs-Staatssekretär Mathias Samson
 Übergabe der Unterschriftenlisten im Landeshaus an Verkehrs-Staatssekretär Mathias Samson
In einem Kleinbus waren am 25.2.2014 Klaus Weingärtner, Jürgen Grün und Klaus Jakob von der Interessengemeinschaft (IG) Umgehungsstraße Hasselroth und Bürgermeister Uwe Scharf nach Wiesbaden gefahren. Am Abend überreichten sie gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Hugo Klein im Landeshaus rund 950 Befürworterunterschriften für den Bau einer Ortsumgehung an Verkehrs-Staatssekretär Mathias Samson. Samson sicherte eine gründliche Variantenuntersuchung des Anliegens zu. In zwei Monaten sollen die Ergebnisse der Verkehrsbeobachtungen nach einer Bewertung im Ministerium der Gemeinde vorgestellt werden.

„Es ist ein nicht so schöner Anlass, warum wir uns hier treffen“, begrüßte Mathias Samson (Grüne), Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, seine Gäste im Heinz-Herbert-Karry-Saal. Noch recht jung im Amt unter Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hatte er sich in den vergangenen Wochen über das gescheiterte Vorgängerprojekt Umgehungsstraße Freigericht-Hasselroth mit seiner 40-jährigen Planungsgeschichte und die neue Situation aus Zeitungsberichten und Mitarbeitergesprächen informiert.

„Es herrscht in der Ortsdurchfahrt Gondsroth eine erhebliche Belastung“, zeigte der Staatssekretär Verständnis für die Unterschriftenaktion der IG Umgehungsstraße Hasselroth. Das Land Hessen prüfe nach dem Freigerichter Ausstieg im Jahr 2012 nun, ob auch ein Teilprojekt die drei Ortsteile der Gemeinde vom Durchgangsverkehr entlasten kann. Hierzu werden mehrere Varianten durchgespielt. „Wir suchen eine vernünftige Lösung für Hasselroth“, betonte Samson. Dies werde aber – wenn überhaupt – keine große Lösung, sondern vielmehr eine kleine Version der Umgehung sein.

Die fachliche Auswertung der Ergebnisse der Verkehrsbeobachtungen von Hessen Mobil, die kommende Woche im Ministerium vorliegen sollen, sei abzuwarten. Entscheidend sei, wie sich die Verkehrsbelastung in der Region nach dem Bau einer Umgehung voraussichtlich verlagert und wie hoch die Effektivität ist.

Samson bemerkte, dass sich die schwarz-grüne Landesregierung vorgenommen hat, den jahrzehntelangen Schuldenanstieg zu stoppen. „Das hat auch Auswirkungen auf den Landesstraßenbau. In den kommenden Jahren werden wir den überwiegenden Teil der Finanzmittel für den Erhalt des bestehenden Straßennetzes aufwenden. Bei neuen Ortsumgehungen werden wir uns auf die Vorhaben mit der höchsten Priorität konzentrieren müssen“, sagte Samson. Ein Schwerpunkt ist die Verbesserung des Lärmschutzes. Die Probleme an der engen Ortsdurchfahrt in Gondsroth, wo Fenster wegen der massiven Belästigung kaum geöffnet werden können, sollen in die Analyse einfließen.

Auf Drängen von Bürgermeister Uwe Scharf und CDU-Landtagsabgeordneten Hugo Klein war der Übergabetermin für die Unterschriftenlisten früher als ursprünglich geplant angesetzt worden. Klein will in den kommenden Plenarwochen Verkehrsminister Al-Wazir den Bau einer Hasselrother Umgehungsstraße schmackhaft machen. „Wir müssen nach vorne schauen“, lobte Klein die zielorientierte und kreative Arbeit der IG. „Die Gemeinde Hasselroth unterstützt diese Bestrebungen“, versicherte Scharf.

Sowohl Klein als auch Scharf wiesen Samson darauf hin, dass zurzeit die Beseitigung des höhengleichen Bahnübergangs in Niedermittlau läuft und ab Mai auch die Kinzigbrücke der Kreisstraße 903 saniert wird. Denn nach der geplanten Fertigstellung dieser neuen Achse im Frühjahr 2016 kann der Schwerlastverkehr, der weiter ansteigen dürfte, nicht richtig abfließen. Zumal die Nachbargemeinde Freigericht munter neue Wohn- und Gewerbegebiete in unmittelbarer Nähe von Gondsroth plant. Deshalb hoffte Klein, dass einige Inhalte des alten Planfeststellungsverfahrens ins neue Hasselrother Einzelverfahren übernommen werden könnten, um Zeit zu sparen.

Mit einer Informationsmappe, die Jürgen Grün an Samson überreichte, unterstrich die IG die Notwendigkeit einer Umgehungsstraße zusätzlich. Demnach sei die Anzahl der durchfahrenden Fahrzeuge stetig steigend, im Jahr 2010 waren es 9500 täglich. „Die Häuser stehen häufig seit mehr als 100 Jahren an der Hauptstraße, die einst für Fuhrwerke ausgerichtet war“, erläuterte Grün. Die Eigentümer sind meist Erben, keine Käufer. „Die Lebensqualität wird uns genommen, wenn Schulkinder kaum gefahrlos die Bushaltestelle erreichen“, fügte Grün hinzu.

Im Namen der gesamten Delegation bedankte sich Klaus Weingärtner für den Empfang. „Wir sind Bittsteller und Forderer zugleich, aber keine Blockierer“, sagte er zum Abschied.

Auf dem Foto: Übergabe der Unterschriftenlisten im Landeshaus (von links): Jürgen Grün, Klaus Jakob, Klaus Weingärtner (alle IG Umgehungsstraße Hasselroth), Verkehrs-Staatssekretär Mathias Samson, Bürgermeister Uwe Scharf und Landtagsabgeordneter Hugo Klein.


Presseartikel der GNZ vom 26.02.2014